Stuttgart, den 18.09.2019

Eine IAA der Angst

Eine Nachlese von Wolfgang Scheunemann,
Geschäftsführer, dokeo GmbH

Proteste gibt es auf der IAA seit 30 Jahren. Aber die letzte IAA war etwas Besonderes: Der Protest war so heftig, dass die Berichte darüber oft die über die Autos überstrahlten.

Was ist aus CSR- und Nachhaltigkeits-Sicht so besonders an der IAA gewesen:

  • Dass sich die mächtigsten Männer der deutschen Wirtschaft mit dem Publikum zusammensetzten und ernsthaft über die Zukunft des Autos diskutierten. Gewiss, einige Herren waren schon vor Veranstaltungsende wieder gegangen. Aber das ist eine Stilfrage. Trotzdem war diese Runde etwas Neues.
  • Die Autoindustrie argumentiert zur Mobilitätswende recht inkonsequent: Wer grüne Autos verspricht und dann so viele SUVs ausstellt, müsste die Diskrepanz doch merken! Dass Elektro-SUVs nicht die Lösung des CO2-Problems sein werden, sollte man auch wissen: Weltweit werden 81 % des Stroms aus Kohle oder Gas hergestellt werden (in Deutschland 45 %).
  • Den Frankfurter Oberbürgermeister Feldmann als Eröffnungsredner auszuladen, war ein Rohrkrepierer der Kommunikations-Spezialisten. Ohne diesen Eklat hätten weniger Menschen von seiner Kritik erfahren.
  • Dass die Autofirmen sich die Aufmerksamkeit auf ihrer eigenen Messe (!) in großem Umfang mit Nichtregierungsorganisationen (NGOs) teilen mussten, zeigt auch, dass sich etwas ändert.

Es gab noch viele weitere Indikatoren, aus denen man nur eins entnehmen kann:

Die Autoindustrie ist sehr verunsichert!

Die Autoindustrie ist völlig verunsichert! Einerseits ein historisches Höchstmaß an verkauften Autos pro Einwohner, andererseits allenthalben Kritik und Proteste.

Dazu kommt, dass auch die Politik nicht mehr der sichere Freund des Autos ist. In manchen Firmen erinnert man sich mit Entsetzen an den abrupten Politik-Wechsel gegenüber der Kernenergie. Sollte sich so etwas bei der Autoindustrie wiederholen? Das beschäftigt viele, die bei Herstellern und Zulieferern Verantwortung für Millionen Arbeitnehmer tragen. Deutschlands wichtigste Branche ist der Automobilbau - und muss es bleiben.

Und nun?

Es ist Zeit bei der Automobilindustrie, nachzudenken. Ernsthaft. Und ihr Verhältnis zur Gesellschaft zu überprüfen. Die Angst muss wieder weichen, denn wer sich in die Ecke gedrängt fühlt, trifft selten noch zukunftsweisende Entscheidungen.

Wenn die bisherigen Formen der Mobilität weitherum in Frage gestellt werden, hilft nur ein uneingeschränkt offener, ehrlicher Dialog mit allen Stakeholdern, besonders mit den NGOs.

Mediation, Kommunikation und echtes CSR-Engagement sind angesagt!

Wir bei dokeo wissen um die Gefahren – und von den Chancen – von Auseinandersetzungen mit NGOs, die öffentlich ausgetragen werden. Wir wissen auch, welche Folgen "Greenwashing" haben kann und wie man gut kommuniziert. Am besten fragen Sie uns, wenn Ihnen ein solcher Konflikt droht, bevor Sie die Macht des Gegners spüren. Die Grundlagen vermitteln unsere Seminare, indiviuelle Beratung bieten wir im konkreten Fall.

Wir alle sollten jetzt der Autoindustrie die Hand reichen und sie unterstützen. Damit sie sich über die Auswirkungen ihrer derzeitigen Kommunikation beraten lässt. Damit sie bereit ist, auf die sie kritierienden Gruppen mit ausgestreckter Hand zuzugehen. Und damit aus den Anstrengungen aller die besten Konzepte für morgen entstehen.

Ein von allen gesellschaftlichen Gruppen getragene Autoindustrie: Das ist die große Chance. Jede unbeteiligte oder sogar ausgeschlossene Gruppe schwächt. Wenn die deutsche Automobilwirtschaft schneller die Lösungen für morgen findet und sie konsequent ansteuert, hat sie einen Konkurrenzvorsprung vor den Chinesen, Japanern und US-Amerikanern. Sonst wohl nicht.

Mit freundlichen Grüßen

Wolfgang Scheunemann
 

PS: dokeo bietet seit über zehn Jahren Mediationen sowie Seminare über gesellschaftlich verantwortungsbewusste Kommunikation und über den Umgang mit NGOs an. Diese und weitere Seminare der dokeo CSR-Akademie zu CSR und Kommunikation finden Sie > hier

 

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