Donnerstag, 22.07.2010

"Per Satellit über den Acker" - Möglichkeiten der Präzisionslandwirtschaft

Dr. Oliver Neumann
Leiter der Öffentlichkeitsarbeit, Europäische Bereichsleitung,
John Deere

In dem Vortrag stellt der Referent derzeit gängige Anwendungen der Satellitentechnik im Rahmen der Präzisionslandwirtschaft vor. Dabei geht es zunächst einmal um die exakte Steuerung von Maschinen über den Acker, die präzise Ausbringung von Saatgut, Dünge- und Pflanzenschutzmitteln mit Genauigkeiten von bis zu 2 cm und die Erfassung von Ausbringmengen und Ertragsdaten zum Zweck der Dokumentation. In Verbindung mit einzelnen Maschinenkomponenten lassen sich Leistung und Arbeitsqualität von Maschinen deutlich steigern, Ressourcen einsparen und Maschinenflotten effizienter einsetzen - Anwendungsgebiete, die im Nutzfahrzeugbereich bislang wenig bekannt sind.

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Vergangene TELI-Foren:


Donnerstag, 20.05.2010

Demografischer Wandel, gesellschaftliche Herausforderungen, technische Lösungen

Birgid Eberhardt
Projektleiterin der Innovationspartnerschaft
AAL von VDE und Bundesforschungsministerium

TELI-Stuttgart: Mit Technik altern

„Warum sind Wohnungen heutzutage nicht so intelligent wie Autos?“, fragt Birgid Eberhardt. Sich in den eigenen vier Wänden mit digitaler Hilfe für gesundheitliche Notfälle zu rüsten, könnte zumindest im Alter oder bei Behinderung sinnvoll sein, meint die Expertin des VDE (Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik) in Sachen AAL (Ambient-Assisted-Living). Darunter versteht man altersgerechte technische Hilfen für ein selbstständiges Leben. Assistenzsysteme erkennen gefährliche Situationen und können Rettungsmaßnahmen einleiten. „Intelligente“ Wohnungen wissen, ob die Aktivitäten der Bewohner im individuellen „Normalbereich“ liegen.

Birgid Eberhardt, VDE

Der Bedarf werde in den nächsten Jahren stetig wachsen, da die Zahl älterer Menschen und gleichzeitig ihr Anteil an der Bevölkerung zunehmen werde, erklärte die Medizin-informatikerin und Gesundheitsökonomin beim TELI-Treff des Regionalkreises Südwest in Stuttgart. Ihr Thema: „Demografischer Wandel, gesellschaftliche Herausforderungen, technische Lösungen.“

Das Leben und Zusammenleben in Städten und Gemeinden wird sich durch den rapide fortschreitenden Alterungsprozess drastisch verändern. Ältere Menschen leben immer mehr alleine. Die jüngere Generation muss im Beruf zunehmend mobiler werden, so dass ältere Angehörige oft nicht unterstützt und gepflegt werden können. Besonders Frauen sind weit mehr berufstätig und können deshalb nicht mehr im gewohnten Umfang Pflege übernehmen. „Die Kommunen müssen rasch umsteuern und altengerechte Wohn- und Infrastrukturangebote aufbauen“, betonte Eberhard, die als Projektleiterin die Innovationspartnerschaft AAL von VDE und Bundesforschungsministerium koordiniert. Zwar ist die ältere Bevölkerung heute in gesundheitlich besseren Zustand, als es früher bei Menschen gleichen Alters der Fall war. Doch aufgrund der höheren Lebenserwartung werde die Zahl der Pflegebedürftigen von derzeit 2,13 Millionen bis 2020 auf 2,64 Millionen und bis 2030 auf 3,09 Millionen zunehmen, prognostizierte Eberhardt. Gleichzeitig würden weniger Pflegekräfte zur Verfügung stehen. Heute werden zwei Drittel der Pflegeleistungen zu Hause erbracht, davon wiederum zwei Drittel durch Angehörige und ein Drittel durch Pflegedienste.

Birgid Eberhardt, VDE

Der Wunsch älterer Menschen, möglichst lange selbstständig in den eigenen vier Wänden zu bleiben, geht einher mit dem Zwang zur Einsparung in den Sozialsystemen. Denn Pflege im Heim ist die teuerste Art der Pflege. Technische Assistenzsysteme ermöglichen es älteren Menschen, länger selbstständig zu Hause zu leben, unterstützen die oft berufstätigen Angehörigen und überbrücken die bröckelnde Infrastruktur an ärztlicher Versorgung in ländlichen Gebieten. Intelligente Technik kann nicht nur der gesundheitlichen Prävention dienen, sondern kann auch bei der Bewältigung von Krankheit und bei der Rehabilitation helfen. Eberhardt nannte beispielsweise Rollatoren und Gehhilfen, die mit GPS oder Funkerkennung ausgestattet sind. Besonders wichtig sind intelligente Notrufsysteme als Ersatz für den derzeit meist verwendeten „Roten Knopf“, der – so Eberhardt – nur in etwa fünf Prozent der Notfälle zum Einsatz kommt.

Neben dem guten Design, das vom ungeliebten Sanitärimage wegführt, ist einfache Bedienung die zentrale Forderung an AAL-Technik. Die einzelnen Komponenten müssen sich vernetzen und in die vorhandene Haustechnik integrieren lassen. Sie sollten miteinander kommunizieren können und sich nachrüsten lassen. Dafür sollen spezifische Normen sorgen, die derzeit erstellt werden. Da deutsche Unternehmen in AAL-relevanten Bereichen wie Informations- und Elektrotechnik, Medizin- und Mikrosystemtechnik oder Robotik gut aufgestellt sind, bieten sich exzellente Exportchancen. Denn alternde Gesellschaften finden sich nicht nur in Deutschland, Europa und Nordamerika, sondern auch in Schwellen- und Entwicklungsländern.

Text: Paul Janositz
Foto: Rüdiger Schulze


Montag, 12.04.2010

Autorenlesung: "BurnOut - Wie wir eine aus den Fugen geratene Wirtschaft wieder ins Lot bringen"

Dr. Peter H. Grassmann

Dr. Peter H. Grassmann

Wie ist es möglich, dass nur wenige Monate nach dem Schock einer weltweit kollabierenden Wirtschaft die Jagd nach maßlosen Boni, unbegrenztem Wachstum und allein wirtschaftlichem Erfolg ohne Rücksicht auf Konsequenzen ungehindert fortgesetzt wird? Ein Insider, der die Schaltzentralen der Macht jahrzehntelang selbst bedient hat, stellt in „Burn out. Wie wir eine aus den Fugen geratene Wirtschaft wieder ins Lot bringen“, das am 10. März im oekom verlag erscheint, die erschütternde Diagnose: Wenn wir weiterhin dem Spiel der freien Märkte freien Lauf lassen, ist der nächste Kollaps vorprogrammiert. In seiner
Systemkritik rechnet der ehemalige Wirtschaftsboss Peter H. Grassmann
mit einer ausgebrannten und überhitzten globalen Marktwirtschaft ab.
Doch er stellt nicht nur unser Wirtschaftssystem in Frage; er gibt
auch Antworten und zeigt, wie die Kraft des Dialogs die Welt wieder
in die Balance bringen kann.

 

Dr. Peter H. Grassmann Dr. Peter H. Grassmann

 
 
 
 
 
 
 

linkes Bild: Dr. Peter H. Grassmann vor einem vollen Plenum

rechtes Bild: Dr. Peter H. Grassmann und Wolfgang Scheunemann im Gespräch


Donnerstag, 18.02.2010

Vitale Kreativwirtschaft in Baden-Württemberg

Dr. Birgit Buschmann
Regierungsdirektorin, Projektkoordinatorin "Districts of Creativity",
Referat Entbürokratisierung, Wirtschaftsmonitoring,
Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg

Dr. Birgit Buschmann

Erfindergeist und die Freude am Forschen und Entwickeln werden den Baden-Württembergern traditionell bescheinigt. Doch längst ist der Südwesten auch im Bereich Kultur- und Kreativwirtschaft ein bundesweit bedeutender Standort – zuletzt konnte man dies auf dem Creativity World Forum 2009 erleben, das vor kurzem in Stuttgart und Ludwigsburg stattgefunden hat.



Dr. Birgit Buschmann

Dr. Birgit Buschmann

Unternehmen in diesen Branchen erwiesen sich seit dem Jahr 2000 als robuster Jobmotor: Im Jahresdurchschnitt wuchs dort die Beschäftigung mehr als doppelt so stark wie in der Gesamtwirtschaft.

Elf Branchen zählen zur Kreativwirtschaft: Film- und Rundfunkwirtschaft, Musikwirtschaft, Designwirtschaft, Architekturmarkt, Buch- und Kunstmarkt, Presse- und Werbemarkt, Markt für darstellende Künste sowie die Software- und Games-Industrie. 2007 erwirtschafteten die rund 28.500 Unternehmen der Kultur- und Kreativwirtschaft in Baden-Württemberg fast 20 Mrd. Euro Umsatz. Dies entspricht 2,7 Prozent der Gesamtwirtschaft im Land.

Dr. Birgit Buschmann, Regierungsdirektorin im Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg und Projektkoordinatorin "Districts of Creativity", gibt einen Überblick über die vitale Kreativwirtschaft in Baden-Württemberg, berichtet, welche Rahmenbedingungen für das Gedeihen der Szene gegeben sein müssen und was einen Standort für die kreative Klasse attraktiv macht.

Die Veranstaltung findet bei Sympra, Agentur für Public Relations, in der Stafflenbergstraße 32 in Stuttgart statt.

 

Donnerstag, 26.11.2009

Hot Topics der Medizintechnik - globale Trends und spannende Innovationen

Prof. Dr. Olaf Dössel Prof. Dr. Olaf Dössel
Leiter des Instituts für Biomedizinische Technik am Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

Dass die Herzaktivität von der Unterwäsche gemessen und das EKG am Hometrainer registriert wird, mag heute noch Utopie sein. Und doch gilt Telemonitoring, die automatisierte Überwachung von Körperfunktionen und die Übertragung der Daten an den Arzt, als zukunftsträchtiges Geschäftsfeld und als Hoffnung für das Gesundheitssystem. So sieht der Verband der Elektronik, Elektrotechnik und Informationstechnik (VDE) allein bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes mögliche Einsparungen in Milliardenhöhe.

Andere Sparten der Medizintechnik, etwa Strahlentherapie oder Planung, Simulation und Steuerung von Operationen durch bildgebende Verfahren, erfordern riesige finanzielle Investitionen. 2008 kam die Branche auf knapp 18 Milliarden Euro Umsatz in Deutschland und investierte neun Prozent dieser Summe in Forschung und Entwicklung.

Kann Deutschland seinen Spitzenplatz in der Weltliga halten, und welche Umbrüche wird es in der Medizintechnikbranche in den nächsten Jahren geben? Diesen Fragen geht die VDE-Studie "MedTech 2020" nach, zu der 700 international führende Experten befragt wurden. Es wird zu einer dramatischen Aufholjagd der asiatischen Länder kommen, die zu Lasten der bisher führenden USA gehen werden, lautet eine der Prognosen.

Über die spannenden Details dieser Studie und die neuesten Innovationen der Medizintechnik in Deutschland informiert Professor Dr. Olaf Dössel, Leiter des Instituts für Biomedizinische Technik am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Das Team um Dössel hat digitale Computermodelle entworfen, mit denen Diagnose und Therapie von Herzerkrankungen wie Infarkt oder Rhythmusstörungen verbessert werden. Dössel war Präsident des Weltkongresses für Medizintechnik 2009 in München.

Prof. Dr. Olaf Dössel


Gut besuchtes Plenum beim Vortrag von Prof. Dr. Olaf Dössel









Dr. Paul Janositz in der Diskussion mit Prof. Dr. Olaf Dössel









Das "Dreigestirn" der Stuttgarter TELI:
Dr. Paul Janositz, Wolfgang Scheunemann, Jürgen Bause (v.l.n.r.)




 



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TELI-Forum Stuttgart – TELI e.V., Regionalkreis Südwest

Die Plattform für den Austausch über medienrelevante Themen aus Technologie, Wissenschaft und Umwelt

Organisation: Jürgen Bause, Dr. Paul Janositz und Wolfgang Scheunemann
TELI e.V.: Journalistische Gründungsmitglieder: u.a. Karl Ammon, Hans Dominik, Kurl Joel, Willy Möbus – Fachliche Gründungsmitglieder: Die Pressechefs von AEG, Berliner Elektrizitätswerke, Lorenz, Siemens, Reichsbahn u.a. – Mitglieder: u.a. Wilhelm Först, Eduard Rhein (Gründer und Chefredakteur der HörZu – mehr dazu hier), Prof. Karl Tetzner. Die Technisch-Literarische Gesellschaft (TELI) e.V. wurde am 11. Januar 1929 im VDI-Haus in Berlin gegründet.
Das TELI-Forum Stuttgart besteht seit 1993. Erster Unterstützer damals: Daimler-Benz.